Redaktionelles Gestalten
2008 – 2020

Was ist ... ?

Das Feld der Visuellen Kommunikation ist in ständiger Bewegung und Entwicklung: es wird an Techniken und mit neuen Materialien gearbeitet, Programme verändern sich, ... neu entwickelte Medien ersetzen nicht mehr die vorhandenen, sondern die vorhandenen Medien werden parallel benutzt. Medien bestimmen, wie wir arbeiten, Programme zwingen uns zu bestimmten Arbeitsweisen und das heißt auch, dass sie Denk- und Sichtweisen vorgeben.

 

Redaktionelles Gestalten setzt sich mit den verschiedenen Medien – print bis digital – und gesellschaftlichen, politischen Entwicklungen auseinander; beschäftigt sich mit Inhalten aus verschiedenen Disziplinen, zum Beispiel Soziologie, Kunstwissenschaft, Philosophie, Architektur, Stadtplanung etc.

 

Unsere ästhetische Wahrnehmung als Teil des gesamtgesellschaftlichen Geschehen ist eine gewaltige Herausforderung. Welche Position kann der oder die Redaktionelle Gestalter_in einnehmen? Welche Initiative ergreifen? Gestaltung kann Fragen provozieren und eine Haltung nahelegen. Wie entwickelt sich das Verhältnis von Bildtheorie und Bildpraxis? Wie gehen wir mit den von den Medien gelieferten Bildwelten um? Wie sieht die sogenannte „Neue Ästhetik“ aus? Welchen Stellenwert hat Typografie? Welche Rolle spielt die Gestaltung in naher Zukunft?

 

Wichtig ist es, Fähigkeiten zu entwickeln, um eigenartige ebenso wie allgemein gültige Inhalte in verständliche visuelle oder textuelle Zusammenhänge zu übersetzen. Redaktionelle Gestalter_innen müssen lernen ihre Fähigkeiten gut zu kommunizieren, um zu zeigen welchen Einfluss im täglichen Leben – in der Gesellschaft – Gestaltung haben kann. Neue Arbeitsfelder der Gestaltung entstehen in interdisziplinärer Zusammenarbeit. Ziel ist, projektorientiert zu arbeiten und Studierende in eine untersuchende Position zu bringen. Es geht darum, Räume zu entwickeln in denen wir eine entschiedenere Rolle spielen können, um das Verständnis für Gestaltung in unserer Gesellschaft zu erhöhen, und um nicht von Produkten abhängig zu sein, sondern um kontinuierlich Wege/Möglichkeiten zu erfinden – zu stärken wie Menschen miteinander leben und kommunizieren.

 

Der oder die Redaktionelle Gestalter_in als Bildregisseur_in, als Performer_in, als Übersetzer_in, als Produzent_in, als Redakteur_in, als Kurator_in. Ein neues Szenario entstehen lassen, das andere Plattformen und Ausgangspunkte schafft, für die handwerkliches Können und gesellschaftlicher Bezug gleich wichtig sind. Ich fasse das Berufsbild sehr weit, von der freien Studie bis zu konkreten Gestaltungsaufgaben in gegebenen Kontexten.

 

Gabriele Franziska Götz, 2014

 

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